Sprachförderung

Sprache ist nicht nur einer der Schlüssel zu Bildung, sondern auch zur Teilhabe an der Gesellschaft. Deswegen ist es für Kinder und Jugendliche in Übergangsklassen sehr wichtig, so schnell wie möglich die deutsche Sprache zu lernen. Medienprojekte können hier einen erheblichen Beitrag leisten: Sie erweitern und bereichern das sprachliche Handeln von Heranwachsenden.

In erster Linie regt das kreative Arbeiten mit Medien immer auch zu sprachlicher Aktivität an. Hierbei kommen sowohl sprachstrukturelle als auch kommunikative Aspekte von Sprache zum Tragen. Beispiele für sprachstrukturelle Aspekte sind das chronologische Erzählen, Zeitenwechsel beim Erzählen, die Erweiterung des Wortschatzes sowie ein (sprachlicher) Perspektivenwechsel beim Entwickeln von Dialogen, z.B. für einen Trickfilm oder einen Comic. Die kommunikativen Aspekte liegen auf der Hand – es müssen gemeinsam Ideen entwickelt und Teamabsprachen getroffen, Schritte geplant, es muss aufeinander zu- und eingegangen werden. In jedem der Produktionsschritte auf dem Weg zu einem Medienprodukt ist Sprache also wichtig, auch, wenn es schließlich um die Präsentation der Ergebnisse geht. All diese Prozesse bergen unzählige Sprechanlässe in sich. Gerade die Präsentation ihres Werks vor einem Publikum, das sich dafür interessiert, was sie zu sagen und zu zeigen haben, lässt die Heranwachsenden Selbstwirksamkeit erleben. Dies wirkt sich wiederum auch auf ihre Motivation aus. Darüber hinaus haben die Heranwachsenden die Möglichkeit, ihre eigene Sprache zu reflektieren; z.B. indem sie sich Audio- oder Videoaufnahmen anhören und evtl. auch verbessern. Für einige Kinder und Jugendliche ist es vielleicht das erste Mal, dass sie ihre eigene Stimme und damit ihre Sprache und Sprechweise hören. Beim Abhören der sprachlichen Produktionen und dem Aufspüren von ‚Fehlern‘ erweitern die Heranwachsenden ihr Gehör und ihr Gespür für die Sprache.

Zudem erfahren die Kinder und Jugendlichen Wertschätzung, wenn sie eine ihrer zentralen Kompetenzen, die Beherrschung ihrer Muttersprache, in den Prozess einbringen können. Auch dazu sind Medienprojekte geeignet. Lieder aus anderen Kulturen können eingesetzt, Umgangsformen wie Begrüßungen und Danksagungen in verschiedenen Sprachen dargestellt und Gedichte und Geschichten aus anderen Ländern medial umgesetzt werden. Gerade bei solchen Produktionen lassen sich auch die Familien mit einbeziehen.

Zusammengefasst ist also die Förderung der Sprachkompetenz ein impliziter, wesentlicher Baustein auf dem Weg zum Medienkompetenzerwerb. Medienprojekte bieten dabei das Potenzial zur Förderung beider Schlüsselkompetenzen.